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Wandertipp: Durch den Achenrain

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Wandertipp: Durch den Achenrai

Versione italiana: Attraverso l`Achenrain

Auf abwechslungsreichen Pfaden von Mareit nach Ridnaun

Ausgangspunkt: Mareit, Kirchplatz (1039 m).
Ziel: Ridnaun, Streusiedlung “Gasse”.
Gehzeit: 1,5 Stunden, gemütlich wandernd; kleine Pausen.
Höhenunterschied: Rund 300 Meter.
Rückweg: Entweder zu Fuß über Durach (Streusiedlung) in ca. % Stunde oder mit dem Linienbus.
Orientierung und Schwierigkeit: Großteils leicht zu begehen; nur zwei kürzere Abschnitte mit einer empfindlichen Steigung; es braucht gutes Schuhwerk und Trittfestigkeit, da ein paar feuchte bzw. ausgesetzte Stellen.
Wanderkarte mit Beschreibung

Beschreibung der Wanderung

Seitdem auf Schloss Wolfsthurn in Mareit das Jagd- und Fischereimuseum des Landes eröffnet worden ist, zieht es alljährlich Tausende Besucher dorthin. Mit der Anlegung eines Naturlehrpfads in der landschaftlich reizvollen Umgebung des Schlosses hat die Museumsleitung einen zusätzlichen Anziehungspunkt geschaffen. Hier ist ein tiefes, ungestörtes Naturerlebnis möglich. Wer Zeit und Lust hat, kann die Wanderung taleinwärts fortsetzen und dabei im Schatten der Bäume und am rauschenden Gebirgsbach eine urtümliche Natur erleben.

Ausgangspunkt der Wanderung ist der Kirchplatz in Mareit. Dort schlägt man zunächst den Weg in Richtung Schloss ein. Noch am Fuß des Hügels zweigt der Naturlehrpfad ab und führt in den Wald hinein. Für Wissbegierige wird auf kleinen Hinweistafeln entlang des Weges so manches naturkundliche Detail erklärt; und es bietet sich die Gelegenheit für interessante Wahrnehmungen und Beobachtungen (“Waldtelefon”, Stimmen des Waldes, Dachsbau, Wolfsgrube usw.). Ein bestimmendes Element ist das Wasser.

Der Talbach, allgemein Mareiter Bach genannt, schickt sein Rauschen hinein in den Wald, wo es sich allmählich verliert. Dafür murmelt im Unterholz ein Bächlein daher. Das munter dahinplätschemde Wassergerinne ist ein paar Mal zu überqueren. Schließlich gelangt man an eine aus Sicherheitsgründen umzäunte Stelle, an der das kleine Fließgewässer vom Talbach abgeleitet wird.

Nun folgen die Wanderlustigen dem breiten Weg am rechten Bachufer. Sie befinden sich hier schon mitten im weitgehend naturbelassenen Achenrain; so heißt die Gegend. Der Gebirgsbach erfüllt mit seiner Stimme diesen einsamen Winkel des Tales. Nach einigen hundert Metern überschreitet man ein beachtliches Seitengewässer, das Oaslbachl, das in alter Zeit einer Müllersfamilie zu ihrem Brotverdienst verholfen hat.

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Wenige Mauerreste und ein Mühlstein geben noch Zeugnis davon. Auf dem weiteren Weg hat man zur Rechten die “Sante”, ein wildromantisches Bachgestade, wie es heutzutage in Südtirol nur mehr selten zu finden ist. Linker Hand breiten sich auf schönen Kuppen Felder und Wiesen aus.

Dann ist ein kleines Waldstück zu durchqueren. Der uralte Weg im “Pichlwaldl” könnte einiges aus der Talgeschichte erzählen. Sobald man den Wald hinter sich hat, geht es flott am Feldrand weiter. Plötzlich senkt sich der schmale Weg hinunter zum Bach, ganz nahe an das tosende Wasser heran. Es ist faszinierend, sich diesen einmaligen Natureindrücken hinzugeben. Über Stock und Stein gelangt man darauf zum Hofmannsteg. Die heute recht breite Hängebrücke war nicht immer genau an dieser Stelle. Vor rund 40 Jahren überspannte ein schmaler, schwankender Steg in Schwindel erregender Höhe das Bachbett. Der alte Brückenkopf diesseits des Bachs ist noch gut auf einem felsgroßen Stein, nur wenige Schritte bachaufwärts, zu erkennen.
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Beim Hofmannsteg kreuzen sich die Wege. Ein Wanderweg verläuft jenseits der Brücke am linken Bachufer talauswärts, zurück nach Mareit. Ein breiter Fahrweg und anschließend eine enge alte Gasse führen, diesseits der Brücke, hinauf zu den zwei Bauernhöfen “In der Grube”.

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Auch wer diesen Weg wählt, kann nach Mareit zurückkehren, und zwar über die Streusiedlung “Durach”. Die dritte Variante ist die Fortsetzung des Weges entlang des Bachs. Der erst vor kurzem hergestellte Steig erschließt den Naturliebhabern
die eigentliche Achenrainschlucht. Zunächst bleibt der neu angelegte Pfad nahe am Ufer; er lädt ein zu einem kurzen Verweilen am rauschenden Wildbach. Der ungezügelt daherbrausende “Bursche” ist voll sprühenden Lebens; er kennt keine Ruh’. Seine Wasser ergießen sich einmal kraftvoll, dann wieder verspielt über die rund geschliffenen Steine. Tolle Eindrücke sind das! Hier schlägt das Herz dernHeimat. Hier ist alles Ursprüngliche noch erhalten.

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Der geländergeschützte Weg zieht dann kräftig im Zickzack nach oben. Gut 50 Meter Höhenunterschied sind zu überwinden. Oben angelangt, wird man den Rastplatz gern in Anspruch nehmen. An diesem Punkt ist auch daran zu erinnern, dass auf der geschichtsträchtigen Wegtrasse, die nun folgt, vor Jahrhunderten der Erztransport vom Schneeberg mittels Saumtieren bzw. Karren abgewickelt worden ist.

Der Weg steigt nur mehr mäßig an, verläuft aber klammartig und recht abenteuerlich. Bergseitig erheben sich mächtige, überhängende, zerklüftete Felsen; und rechter Hand fällt der bewaldete Hang steil ab. In der Tiefe rumort der “Hausherr”, der Wildbach. Die Schlucht ist ja hauptsächlich sein Werk. Die Naturgewalten zeigen sich hier auf Schritt und Tritt.

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Bei einem unterhalb des Steigs abgegangenen Murbruch verlässt man über die so genannte “Katzenleiter” den steilsten Abschnitt der Schlucht und setzt den Weg auf sicherem Waldboden fort. Jetzt sind auch deutlichere Spuren des einstigen Erzwegs zu sehen, nämlich alte Stützmauern. Bald kommt man zu einem ausgedehnten Murbruchgelände, das den weiteren Zugang in die Schlucht stoppt.

Die Natur schiebt den Plänen der Menschen manchmal selbst einen Riegel vor. Der neu errichtete Steig windet sich deshalb notgedrungen in Serpentinen nach oben. Auf bequemem Waldweg erreicht man schließlich eine Forststraße, welche die Verbindung zum Weiler “Gasse” herstellt. Die Achenrainschlucht hält in ihrem innersten Abschnitt, vor allem rund um den kühn verankerten, waghalsig anmutenden Schneidersteg noch so manche Überraschungen und Abenteuer bereit; doch diese Entdeckungen seien jedem einzelnen selbst überlassen.

Text: Rudolf Trenkwalder

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